Februar 2021

„Freut euch darüber,
dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“
- Lukas 10,20

Der persönliche Name des Individuums ist Herausforderung zur Identifikation und zugleich Beleg für die Existenz. Mit zunehmendem Personenbewusstsein wird der Eigenname an Bedeutung gewinnen. Der Name ist nicht Rauch, noch Schall, sondern Indiz dafür, dass die Person, die ihn trägt, gemeint ist. Darum ist der Vorname, wie der Nachname nicht unbedeutend.
Warum heiße ich so, wie ich heiße?
Die Frage richtet sich an diejenigen, die den Namen aussuchten. Können sie die Frage beantworten, ohne nur zu sagen, dass ihnen der Name gefiel, Mode, außergewöhnlich selten oder bewusst gewählt wurde, weil er einen Inhalt transportiert, der dem Namensträger Zuversicht und Bedeutung geben soll.
Selbst wenn es heute möglich ist den Familiennamen zu wechseln, etwa bei der Eheschließung, so bleibt doch der Geburtsname als erster nicht ohne Bedeutung.
Mit dem Nachnamen ist die Zugehörigkeit zu anderen, die auch diesen Namen trugen und tragen gegeben. Genealogisch ist es hilfreich den Nachnamen weiterzugeben, wenn sich die Person über Beziehung bindet und Familie bedeutsam wird.

Wie ist das mit dem Namen, der als Identifikationszusatz Christ nennt? Jeder der das hört, ordnete den sich so bezeichnenden Menschen der Religion des Christentums zu. Ist damit bereits der Inhalt des Namens identifiziert? Oder ist es er vergleichbar dem Nachnamen, der die Familienzugehörigkeit ausdrückt aber noch nichts darüber aussagt, ob die betreffende Person sich mit der Familie identifiziert, zu der sie qua Geburt gehört. Identifikation, bewusste Zugehörigkeit ist personale Entscheidung und personales Bewusstsein von Name und Nachname.
Der Sozialisationsprozess beschreibt nicht nur das Hineinwachsen in die Gesellschaft, Kultur und Religion, sondern wirft auch den Blick in die persönliche Identität von Namensbewusstsein.
Christus zu sein, besonders wenn betont wird: „Ich bin Christ“, verweist auf ein Bewusstsein sich zu Jesus Christus zu bekennen und auf die Entscheidung, ihm nachzufolgen. Somit hat der Vor- wie Nachname, und der Name der zur Lebensführung und Lebenssinngebung ausschlaggebend ist, seine Wirkung für die Identität der Person.
In dem Monatsspruch aus dem Lukasevangelium sagt Jesus Christus seinen Jüngern: „Freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“ Christen, Jesusnachfolger*innen dürfen in Jesu Aufforderung für sich den Hinweis verstehen, dass sie, wenn sie sich nach ihrem Herrn, Meister, Heiland und Erlöser benennen, gleich ihm zum Reich Gottes gehören. In diesem Reich, das ewig währt, das Frieden, Gerechtigkeit und bewahrte Schöpfung verheißt, haben sie bereits einen Namen. Welchen?
Den ihren, den, auf den sie sich berufen, den mit dem sie sich identifizieren. Den Namen, den sie sich als Person zu eigen gemacht haben und der jetzt nicht mehr nur einen Hinweis auf Religionszugehörigkeit ausdrückt, sondern der jetzt explizit durch Jesus Christus besiegelt, gerechtfertigt und geschützt ist.
Wer sich mit der Namenszugehörigkeit seiner Ursprungsfamilie berechtigt schwer tut, ihn sogar abgelegt hat, erhält, wenn Jesus Christus in sein Leben tritt einen neuen Namen, der jetzt im „himmlischen Stammbuch“ aufgeschrieben ist.
Mit dieser Signatur ist zugleich die Hoffnung auf ewiges Leben, auf Frieden und Gerechtigkeit, auf Lebenssinn in Fülle und auf die Erlösung von leidvollen Namenserfahrungen gegeben.
(krb)

 

Zurück