Januar 2021

„Viele sagen: Wer wird uns Gutes sehen lassen?
Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“
- Psalm 4,7

Noch ganz unter dem Eindruck des CoV-2-Pandemie-Jahres 2020 mag in den Köpfen vieler Menschen die Frage sein: „Wer wird uns Gutes sehen lassen?“
Die Prognosen der Gesundheitsmanager gehen davon aus, dass es über das Jahr 2021 hinaus dauern wird, bis die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland hinreichend gegen Covid-19 geimpft ist, so dass eine Herdenimmunität erreicht ist.
Die Klimaaktivisten und -forscher rechnen damit, dass die Erwärmung der Erde weiter zunimmt, so dass Hitze im Sommer und zu warme Winter die Folge sein werden.
In vielen Ländern der Erde sind nach wie vor die Kämpfe um Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden nicht verstummt. Selbst in den westlichen Demokratien machen sich Unterströmungen bemerkbar, die eine Veränderung der Staatsform nach ihrem Gusto herbeisehnen.
Multikulturelle und multireligiöse Gesellschaftsstrukturen, die dem Selbstbestimmungsrecht des Menschen hohe Priorität einräumen, kämpfen mit Polarisierungen jener, die ein Leben der Vielfalt nicht ertragen.

In den soeben beschriebenen Problemlagen des 21. Jahrhunderts, in dem die Welt zu einem Dorf geworden ist, in dem die Menschen durch Internet sekundenschnell Informationen verbreiten können, ist die Zuverlässigkeit der Daten und ihre die Deutung, zu einem großen Problem geworden. Fake News erobern, vergleichbar dem Covid-19-Virus, die Völker der Erde. Oftmals ungeschützt nisten sie sich in den Köpfen und Emotionen der Menschen ein, die ihnen hilflos ausgeliefert sind, wenn sie nicht über die Bildung verfügen das Zutreffende vom Gefakten zu unterscheiden.
Durch die skizzierte Lebenssituation des Menschen im ersten Monat des neuen Jahres 2021, wird die von David aufgeworfene Frage, im Gespräch mit Gott, nach einem Anhaltspunkt für Gutes verständlich. Können wir auf Richter, Politiker, Wissenschaftler und Fachleute vertrauen, dass sie uns den richtigen Weg zu einem guten Leben zeigen? Zweifel kommen nicht von ungefähr, was in der Covid-19-Pandemie die Querdenker und Verschwörungstheoretiker nicht alleine für sich in Anspruch nehmen können. Jene zeigen, dass es leichter ist dagegen zu sein als dafür, zumal wenn man noch auf der Suche nach dem Weg aus der Krise ist.

Wenn David Gott die Leuchtkraft von Gottes Antlitzes erbittet, dann ist ihm die Dunkelheit seiner Zeit bewusst. Dann kennt er die heilende, befreiende, durchdringende und wahrheits-orientierte Lichtkraft Gottes. Licht in der Dunkelheit vertreibt die Dunkelheit. Licht im Nebel spendet Hoffnung auf ein Ende des Unwegsamen, des Ungewissen, der Furcht oder sogar der Angst.

Der aaronitische Segen: „Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir und gebe dir seinen Frieden“ möge uns an jedem Tag des Jahres 2021 zuteilwerden. Er wird sein Angesicht leuchten lassen, wenn wir der dadurch sichtbaren Verfehlungen, Eigensinnigkeiten, Machtgelüste und Herrschaftssehnsüchte absagen.
Licht treibt die Finsternis zurück, weshalb gerade in den dunklen Monaten im Jahresverlauf überall Licht leuchtet. Wer das Licht sieht und das Licht nicht scheut, erfährt Glück. Ein Glück, das sich immer dann zeigt, wenn es aus dem Schatten der Finsternis von Licht getroffen wird. Lichtblicke sind Durchblicke, wem ein Licht aufgeht, der ist zugleich beglückt.

Welches Gebet für 2021 könnte treffender sein als: „Herr, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ (krb)