Monatsspruch

Juli 2017

August 2017

Gottes Hilfe habe ich erfahren bis zum heutigen Tag
und stehe nun hier und bin sein Zeuge
bei Groß und Klein.“
Apostelgeschichte 26,22

Wie ist das, wenn wir Rechenschaft ablegen sollen von dem, was wir gesagt, getan oder eben nicht gesagt und getan haben? Man fühlt sich in solchen Momenten herausgefordert – was soll gesagt werden, was ist zu sagen? In solchen Situationen kommt es sehr darauf an, dass man sich in sich selbst auskennt. Die eigenen Motive des Handelns und die dabei mitschwingenden Gefühle sind oftmals im Widerstreit miteinander. Schulz von Thun beschreibt diesen Sachverhalt mit seinem Modell des „Inneren Teams“. Da gibt es in uns „Stimmen“, die als Repräsentanten für jene Menschen stehen, die wir in unserem Umfeld erleben und erfahren haben. So ist es nicht einfach, Rede und Antwort zu geben, es sei denn, man ist sich seiner Sache sicher. Am besten ist es, wenn man in der Sache selbst ganz authentisch sein kann, weil man genau weiß, warum man dies oder jenes sagte und tat. Eine solche Standfestigkeit lässt sich erreichen, wenn man genau weiß, welchen Auftrag bzw. welchen Sinn man im eigenen Leben hat.
Der Kontext zu dem biblischen Monatszitat ist, dass der Apostel Paulus vor dem König Agrippa zu seinem Missionsauftrag Auskunft geben sollte. Wenn man die Apostelgeschichte aufmerksam liest, dann erfährt man viel von den Höhen und Tiefen im Leben des Theologen und Jesusbeauftragten Paulus. Für ihn ist sein Leben nach seinem Damaskus-Erlebnis¹ radikal verändert worden. Von dem Christenverfolger wurde er zu einem Menschen, der von Jesus Christus berichtete und in seinem Auftrag Gemeinden von Christen gründete.
Für Paulus steht seit dieser Zeit ganz groß über seinem Leben die wunderbare Erfahrung, dass er von Gottes Hilfe konkret berührt wird. Entsprechend ist es ihm ein Anliegen, davon anderen gegenüber zu sprechen, womit er indirekt von Gottes Größe und Wirken in seinem Leben berichtet. Er sagt es allen, die es hören wollen bzw. ihn nach seinem Lebenssinn und Lebensauftrag befragen. Dabei ist ihm die Stellung des Menschen, sei sie „hoch“ oder „niedrig“, wie eine Bibelübersetzung formuliert, nicht ausschlaggebend dafür, davon zu erzählen oder nicht. Bei seinem Lebenszeugnis gibt es keine Winkelzüge, Vorteilsgedanken oder gar den Versuch sich wichtig zu machen. Schließlich ist es immer etwas Besonderes, wenn Menschen von göttlichen Erfahrungen sprechen. Tun sie das, sind sie sogleich in einem „Ausnahmezustand“ gegenüber jenen, die sich nicht auf göttliche Hilfen berufen können. Dieser Sachverhalt gilt für jeden Gottesbezug, in welcher Religion auch immer! Das Entscheidende ist dabei die Frage, ob die bezeugte Hilfe Gottes real ist bzw. war. Erst dann ist das Zeugnis von Gott ansteckend, weil immer dann, wenn dies bezeugt wird, Gott selbst, wenn auch in seiner Person noch verborgen, doch durch sein Handeln ganz präsent, unter seinen Geschöpfen erscheint. Von ihnen erlebt, durch sie gelebt!
Wir sollten am Beispiel des Paulus lernen, von Gott nicht zu schweigen, wenn wir seine Wunder der Hilfe, des Trostes, des Erbarmens und seiner Gnade konkret in unserem Leben erfahren haben.
Wir feiern im Berufskolleg der Stiftung Eben-Ezer im Schuljahr 2017/2018 unser 25 jähriges Bestehen. Dass es uns bereits 25 Jahre gibt, obwohl wir immer noch nicht allzu bekannt in der Region und sogar in unserer Stadt Lemgo sind, ist der Hilfe Gottes bis zum heutigen Tag zu danken. Wir erhielten Lehrkräfte, die zu uns passen, die entsprechenden Schülerinnen und Schüler und zunehmend die Räume, so dass wir im Schuljahr 2008/2009 in das renovierte Schulgebäude der ehemaligen Topehlen-Schule einziehen konnten. Als wird in den folgenden Jahren weiteren Raumbedarf hatten, ergab es sich, dass wir Schulräume in der ehemaligen Dorfschule in Lüerdissen von der Stadt Lemgo mieten konnten. Es ist wunderbar, Gottes Hilfe konkret erleben zu dürfen, durch sie entstehen das eigentliche Glück und der Segen zu einem gelingenden Leben!                                             (krb)

¹Vgl. Apostelgeschichte Kapitel 9, 1-22.