April 2020

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“
- 1. Korinther 15, 4

Wir erfahren zurzeit in unserem Alltag unmittelbar eine Gleichzeitigkeit des Unangemessenen. Die Sonne scheint, die Natur atmet auf, die Singvögel lassen ihre Stimme früh am Morgen erklingen.

Wir Menschen hingegen sind weltweit in der Corona-Zange. Das Virus Sars-CoV-2 hat uns in eine existenzielle Krise geführt, die in ihrem Ausmaß und in ihrer Dauer noch nicht abzusehen ist. Viele Menschen weltweit sind in Furcht und können nicht sagen, was nach der Krise für sie sein wird.

In dieser Situation ist der Monatsspruch für April mit einer inhaltlichen Weisheit ausgestattet, die Hoffnung enthält.

In der Arbeit der Landwirtschaft ist die Aussaat im März/April für etliche sich dann entwickelnde Pflanzen, die uns ernähren und erfreuen, angesagt. Teilweise ist die Arbeit getan und im Anschluss daran ist die Beobachtung der Aussaat wichtig, um das sich zeigende Wachstum zu unterstützen oder zu schützen. Davon können die Obstbauern viel berichten, wenn sie ihre Erfahrungen nach einem Kälteeinbruch mitteilen.

Die Bemühung und harte Arbeit der Aussaat trägt Früchte, ernährt die Bevölkerung und entlohnt die Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Dennoch, das Gesäte, das Geerntete kommt später, nach Arbeit und Verbrauch, in den Kreislauf des Verfalls und der Vernichtung.

Säen, ernten und vernichten bzw. absterben und dann wieder säen, ernten und sterben - ein Prozess der insgesamt auf längere Sicht auf den Tod zuläuft.

Dagegen stellt der Schreiber des Korintherbriefs einen anderen Prozess, der die Saat nicht der Vergänglichkeit preisgegeben sieht. Jetzt wird dem Tod radikal der Zuspruch entgegengestellt, dass das Absterben des Lebens nicht das letzte Wort behält. Jetzt ist das Auferstehen vom Tod im Zielpunkt der Hoffnung. Nicht Argumente belegen die Hoffnung, sondern die Erfahrung der Auferstehung von den Toten des Gottes Sohnes Jesus Christus. Sein Leben nach erfahrenem Tod, aus der Klammer des Todes herausgekommen zu sein, ist bezeugt.

Das ist die Osterbotschaft der Christinnen und Christen, die sich glaubend an den überlieferten Texten dieses Ereignisses orientieren. Die ferner darüber hinaus persönlich und existenziell in der Auferstehung von den Toten Jesu Christi die begründete Antwort auf die Frage nach personaler Identität und Unsterblichkeit gefunden haben.

Deshalb ist die beschriebene Tatsache „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ in der Aussage gebündelt und dynamisch in Kraft umgesetzt, die lautet:

„Christus ist mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn.“1

Ich wünsche uns allen, dass wir die Kraft der Osterbotschaft in Anspruch nehmen, um der Furcht des Covid-19 Virus zu trotzen. (krb)

1 Vgl. Philipper 1,21