März 2019

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, und dient ihm allein.“

1. Samuel 7,3

Das Herz ist nicht nur ein biologisches Organ mit einer enormen Pumpleistung! Es leistet jeden Tag unseres Lebens gewaltiges! Es schlägt täglich 100.000 Mal und befördert dabei bis zu 10.000 Liter Blut! Hochgerechnet auf ein langes Leben ergibt das eine unvorstellbare Leistung. Dass das so ist, nehmen wir staunend an oder bedenken das nicht. Solange wir uns lebendig und gesund fühlen, ignorieren wir das Geschenk unserer Herzleistung.

Neben der biologischen Bedeutung ist das „Herz“ vergleichbar mit dem, was wir als Person sind. Es ist in unserer Person dasjenige, was unseren Personenleib, unsere Personenseele und unseren Personengeist miteinander verbindet.1 Im Denken der Hebräer ist das Herz „klug“ und der König Salomo bittet Gott um ein weises Herz.

Auf jeden Fall ist das Herz mehr als unsere Emotion, wenngleich sie nicht ausge­schlossen ist. Spricht der Volksmund doch davon: „Das geht mir zu Herzen!“ Wenn das personaldefinierte Herzverständnis Bedeutung gewinnt, dann ist mit der Auf­forderung Gottes an sein Volk, wir können hinzufügen, an seine Geschöpfe, gemeint, dass das Energiezentrum des Personseins seine Kraft aus der Orientierung auf Gott hin gewinnt. Ihm allein zu dienen ist die Strategie, um ein erfülltes Leben erfahren zu können. Das schließt nicht aus, eine selbstbewusste, selbstbestimmte Person zu sein. Nur eine solche kann sich dazu entscheiden, dem Imperativ Gottes zu folgen und sich ihm zuzuwenden. Dadurch wird die Person nicht fremdbestimmt, nicht dogmen­ge­leitet, sondern im Gegenteil, frei von sich selbst, frei davon, nur um sich selbst zu kreisen und so frei für Gott, für andere und gerade durch diese Freiheitsgrade auch frei zur Entfaltung der eigenen Person.

„Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu, dient ihm allein.“

Wenn wir etwas wenden, so denken wir im Wortklang von wenden an umdrehen, an Richtungs­änderung, an Blickänderung. Genau das ist hier intendiert! In einer Zeit, in der Amerika first weltweit Irritation und zunehmend Chaos verbreitet und sich diesem „Schlachtruf“ andere anschließen, scheint das God first2 fast zeitgemäß und ebenfalls irritierend. Ja, es verwundert, denn Gott hat die Menschheit vergessen. Seine Abwesenheit wird von ihr in Wissenschaft und Kunst, in Bildung und Politik proklamiert. Befreiung von Gott ist an die Stelle der Anbetung Gottes getreten.

Wieder einmal, wie schon zur Zeit der Reformation im 15. Jahrhundert und danach immer wieder, ertönt der Imperativ: Wendet eure Herzen zu Gott! Warum? Weil er die Quelle des Lebens ist, weil er Frieden statt Krieg will, weil er unser aller Gott sein will, um so die Götter zu demaskieren, die wir Menschen uns selbst erschaffen. Unsere Götter sind Menschen, die wir „anbeten“, ist Technik, der wir mehr zutrauen als uns selbst (vgl. künstliche Intelligenz) und ist die Versuchung, immer wieder selbst „Gott“ sein zu wollen. Davon müssen wir befreit werden, deshalb lautet der Imperativ: Wende dein Herz Gott zu und diene ihm allein! Wohl dem, der diese Wende vollzieht!  

 

(krb)

 

1Vgl. hierzu: Klaus Rudolf Berger: Menschsein verstehen -anthropologische Basics. Folgen Verlag, Langerwehe 2019.

2 Ingolf U. Dalfert: God first: Die reformatorische Revolution der christlichen Denkungsart. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2019.