August 2019

„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“
- Matthäus 10,7

Wie sehnt sich die Menschheit nach Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Natur! Täglich gehen mit diesem Wunsch die Nachrichten um die Welt, wenn sie das genaue Gegenteil vom „Himmelreich“ auf Erden zu berichten haben.
In der Welt jagt eine Schreckensnachricht die andere. Die klimatischen Verhältnisse scheinen rund um die Erde aus den Fugen zu geraten. Wirbelstürme, Starkregen mit übergroßen Hagel-„Kugeln“, in der Folge Überschwemmungen und Erdrutsche, hinterlassen für die Betroffenen Elend, Not und auch Tod. Neben solchen Naturkatastrophen, die nicht unabhängig vom Verhalten der Menschen sind, belasten Kriege in unterschiedlichen Facetten - Handelskrieg, Territorialkrieg, Glaubenskrieg - die Menschheit. Zu alldem kommen individuelle Lebenskrisen und Bedrohungen, die durch Krankheit, Beziehungsverlust, Machtmissbrauch, Gier und Neid ausgelöst werden.
Die Natur und mit ihr die Menschheit leidet, die im 21. Jahrhundert so global vernetzt ist, wie nie zuvor und dadurch sich so nahekommt, dass dies wiederum für etliche mit Angst besetzt ist, die dann in religiöse und nationale Radikalisierung mündet, in der Hoffnung, durch Ab- und Ausgrenzung überwunden werden zu können.
Das Himmelreich ist ein theologischer Begriff, der in wörtlicher Übersetzung „Königsherrschaft des Himmels“ bedeutet. Das „Reich Gottes“, in dem Gott sich als Herr erweist, ist eine weitere Interpretation des Begriffs „Himmelreich“. Der Sohn Gottes, Jesus Christus, proklamierte das Reich Gottes mit der Aufforderung: „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“[1] Durch diesen Imperativ werden die Menschen aufgefordert, ihr bisheriges Handeln zu überprüfen und das aufzugeben, was sie von Gott trennt.
Was sollte die Menschen von Gott trennen, wenn sie ihn vergessen haben? Was sollte sie von ihm trennen, wenn sie seine Existenz nicht nur bezweifeln, sondern ihr keine Option mehr geben? Was sollte sie von ihm trennen, wenn sie seine Gebote übertönen mit ihrem Ruf nach Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden, so berechtigt der auch ist, wenn sie Gott als ihren Adressaten dabei außer Acht lassen?
Die Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit ist berechtigter Ausdruck eines den Sinn suchenden Lebens. Weil das so ist, ist es Jesus Christus ein Anliegen seinen Nach-folger*innen zu sagen: Geht und verkündet das Himmelreich, denn es ist nah! Nah deshalb, weil Gott es in und durch seine Gesetze, Ordnungen und Ermahnungen all jenen erlebbar werden lässt, die in ihnen Orientierung und Weisheit suchen und danach leben.
Ohne Gott bleibt die Menschheit sich selbst überlassen. Wo sie dabei hingelangt, ist täglich spürbar. Mit Gott, und das heißt durch die Proklamation des Himmelreiches, wird die Welt die für sie so dringend benötigte Korrektur erfahren, die ihr Heil und Segen beschert.
Wer das Himmelreich im Blick hat, der hat Gott im Blick und ist bereit, ihm und seinen Weisungen in seinem Leben optional Priorität zu geben. Selbstbestimmt und darin entschlossen auf das zu achten, was Gott in seinem Wort, der Bibel, mitteilt, ist die unmittelbare Erfahrung, dass sich das „Himmelreich“ der Erde schützend nähert, so dass, wer die Erde berührt, zugleich mit dem Himmelreich verbunden ist. (krb)

 

[1] Vgl. Matthäus 4,17.